8 Gründe, warum positive Psychologie in der Pandemiezeit helfen kann. Grund #1: Positives Denken

Viele sprechen während dieser Pandemiezeit über Angst, Einsamkeit, Sorgen, Unsicherheit und Hilflosigkeit. All diese sind Gefühle und Zustände, die das Leben in dieser ausserordentlichen Situation zum Teil negativ gestalten.

Mit dieser Reihe von Blogeinträgen möchte ich den Fokus auf die Schutzfaktoren und positiven Strategien lenken, die uns ermöglichen, trotz all diesen negativen Gefühlen und Zuständen, ein gutes, glückliches und erfülltes Leben zu leben – auch wenn die Situation im Moment herausfordernd ist. Ich werde acht grundlegende Prinzipien der positiven Psychologie erläutern und anhand von konkreten Beispielen für alle zugänglich machen. Wir werden uns mit folgenden Prinzipien auseinandersetzen:

  • Positives Denken

  • Geborgenheit

  • Gelassenheit

  • Achtsamkeit

  • Religiosität/Spiritualität

  • Menschliche Güte

  • Vertrauen

  • Verzeihen

Das Ziel sollte sein, dass Du die Möglichkeit erhältst, etwas mehr über diese Prinzipien zu erfahren, sie versuchst anzuwenden und im besten Fall die positiven Auswirkungen in Deinem Alltag auf Dich wirken lassen kannst. In diesem ersten Teil beschäftigen wir uns mit dem positiven Denken.


#1 Positives Denken


Klingt vielleicht trivial und in letzter Zeit wurde dieses Prinzip meiner Meinung nach viel zu oft «vereinfacht» dargestellt. Es geht nämlich nicht darum, einfach positiv zu denken und sich etwas vorzumachen. Es reicht nicht zu sagen «alles wird gut». Positives Denken im Sinne der Psychologie und als Strategie, ein erfüllteres Leben zu haben, beinhaltet weit mehr als das.

Beim positiven Denken geht es vor allem um eine bejahende, zuversichtliche Haltung. Das bedeutet, dass Du die Situationen im Leben in Deinen Gedanken aber auch in Deinen Handlungen mit Zuversicht und Offenheit angehen sollst. Zum positiven Denken gehören Konzepte wie Optimismus, Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeitserwartung und eine positiv konnotierte Bewältigung. All diese Formen von positivem Denken sind trainierbar und bewirken eine positive emotionale Stimmung. Nun, wie kann man diese Konzepte richtig in den Alltag integrieren, und vor allem während dieser Pandemiezeit?


Optimismus


Optimismus bedeutet, selbst in schwierigen Situationen, etwas Positives zu erwarten. Es beschreibt also eine allgemeine Neigung zum positiven Denken.

Wieder geht es nicht darum, sich etwas vorzumachen und verantwortungslose und realitätsfremde Überzeugungen zu vertreten. In unserem Alltag übersetzt heisst es also nicht: «Ich gehe raus, denn ich bin überzeugt, dass ich mich nicht anstecke! Ich denke positiv!», sondern zum Beispiel: «Ich kann diese Zeit überstehen und mit meiner Kraft diese schwierige Situation aushalten, denn ich kann erwarten, dass das alles bald ein Ende nimmt.» Wichtig ist also, realistisch zu bleiben, der Sinn der Umstände zu verstehen und positive Aspekte der Situation zu nutzen, um positive Gedanken zu formulieren und dadurch die eigene Kraft und die eigenen Ressourcen zu aktivieren. In der Forschung wurde mehrfach bestätigt, dass Optimismus einen positiven Effekt bei der Genesung hat.

Kontrollüberzeugung


Kontrollüberzeugung ist die generalisierte Überzeugung, dass man das eigene Schicksal kontrollieren kann. Es ist also quasi die Antithese zum Fatalismus, bei dem die Überzeugung vorherrscht, dass das Schicksal die Macht über einen hat.

Mögliche Anwendungen in Deinem aktuellen Alltag können sein:

  • Dass Du die Überzeugung vertrittst, dass Du selber die Macht hast, Dich selbst vor Ansteckungen zu schützen (z.B. wenn Du Dich an die Sicherheitsmassnahmen hältst);

  • Dass Du den Alltag so gestalten kannst, damit es Dir gut geht (z.B. Beschäftigungen nachgehen, die Dir Spass machen);

  • Dass Du Dich emotional nicht durch die Situation hinunterziehen lässt (z.B. indem Du aktiv nach Lösungen suchst, um Dich besser zu fühlen).

In mehreren Studien konnte bewiesen werden, dass eine starke Kontrollüberzeugung die eigene Immunabwehr stärken kann und zu einem höheren Wohlbefinden führt.

Selbstwirksamkeitserwartung


Die Erwartungshaltung, dass man Einfluss auf das externe Geschehen nehmen kann und somit fähig ist, eigene Ziele zu erreichen, beschreibt man als Selbstwirksamkeitserwartung.

Wenn Du die Selbstwirksamkeitserwartung für Dich nutzen willst, kannst Du Dich fragen:

Was sind meine Ziele während dieser schwierigen Zeit?


Beispiele dafür können sein:

  • Gesund zu bleiben

  • Weiterhin produktiv bei der Arbeit zu sein

  • Beziehungen pflegen

  • Harmonie in der Familie zu bewahren

  • Meine freie Zeit sinnvoll zu nutzen, etc...

Wenn Du Dein Ziel vor Augen hast, versuche in der Erwartungshaltung zu bleiben, dass Du das Ziel erreichen kannst, indem Du aktiv Einfluss auf Dein eigenes Leben nimmst. Wenn Du diese Erwartung für die oben genannte Ziele formulierst, könnte sie beispielsweise so lauten:

  • Ich kann auf meine Disziplin vertrauen. Ich werde meine Hände regelmässig waschen und die Sicherheitsmassnahmen einhalten.

  • Auch wenn ich im Homeoffice bin, werde ich einen fixen Zeitplan einhalten, mich nicht ablenken lassen und meine tägliche To-do-Liste abarbeiten.

  • Mindestens einmal am Tag nehme ich mit X, Y und Z Kontakt auf.

  • Wenn ich Anspannungen in der Familie wahrnehme, werde ich diese früh genug ansprechen und aktiv nach einer Lösung suchen, damit sich alle wieder besser fühlen und Harmonie wieder einkehrt.

  • Ich mache eine Liste mit Sachen, die ich gerne machen möchte. Jeden Tag werde ich etwas aus der Liste raus picken und mich mit dieser Tätigkeit beschäftigen.

Mehrmals wurde in verschiedenen Untersuchungen nachgewiesen, dass die Selbstwirksamkeitserwartung eine Schlüsselrolle im präventiven Gesundheitsverhalten spielt. Ausserdem dient sie als Schutzfaktor gegen Burnout und Stress.


Positiv konnotierte Bewältigung


Dieser letzte Faktor des positiven Denkens beschreibt die Fähigkeit, selbst bei kritischen Lebensereignissen, die Situationen auf eine positive Art zu bewältigen. Hilfsmittel dafür können Hoffnung und Humor sein.

Hoffnung nimmt während dieser Pandemiezeit eine grosse Bedeutung an. Da die Situation nicht nur Dich, sondern praktisch die ganze Welt betrifft, kannst Du Dich schnell hilflos und ohnmächtig fühlen, fast überwältigt vom Ausmass dieser Krise. Hier kann eine hoffnungsvolle Betrachtung der Situation vieles für Dein Wohlbefinden bewirken.

  • Schaue auf die aktuelle Situation mit Hoffnung und vertraue, dass wir das gemeinsam durchstehen.

  • Sei hoffnungsvoll, dass Du gestärkt aus dieser Krise kommst und Du für Dich neue Wege finden kannst, Dein Leben zu gestalten.

Auch Humor kann eine sehr gute Bewältigungsstrategie sein. Dabei geht es nicht darum, die Situation ins Lächerliche zu ziehen, sondern in der Lage zu sein, die Situation für sich zu entschärfen oder abzumildern. Nehmen wir mal zwei mögliche Situationen an:

  • Du kannst aufgrund der Krise Deine Partnerin / Deinen Partner nicht mehr sehen

  • Ein wichtiges Projekt konnte nicht umgesetzt werden und Du verlierst den Kunden

Die jeweilige Situationen mit Humor zu bewältigen könnte so aussehen:

  • «Ein bisschen Distanz tut doch allen Paaren ab und zu gut! Und Du siehst online fast so gut aus wie live! Lass uns doch darüber lachen... Denn, kannst Du Dir vorstellen wie schön es sein wird, wenn wir uns wieder in die Arme nehmen können?»

  • «Ja, dieses Projekt war wichtig und hätte jetzt viel Geld gebracht. Aber was soll’s... Wir können momentan sowieso nicht so viel Geld ausgeben. Ich werde das nach der Krise richten. Sowieso, der Kunde hätte von mir mindestens ein Mittagessen erwartet, wenn alles funktioniert hätte. Wer hätte ihm dann erklärt, dass er auf sein teures Menu hätte verzichten müssen?»

Es wurde mehrfach bewiesen, dass positive Bewältigungsstrategien in Verbindung mit Hoffnung und Humor Stress und Angst reduzieren können.

Also denk daran, dass alles in Deinen Händen liegt, denn nicht die Situation selbst entscheidet darüber, wie wir uns fühlen, sondern unsere Bewertung der Situation!

Möchtest Du mit positivem Denken Deine aktuelle Situation ändern und brauchst ein wenig Unterstützung? Kontaktiere mich und lass uns darüber sprechen:

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